AF

Wieder einmal beginnen wir die Schatzkiste mit einer Fragerunde, bei der wir beschreiben sollen, wie wir uns im Moment fühlen und wie es uns allen geht. Ein Ritual, das ich in anderen Kursen oft vermisse, denn manchmal hat man das Gefühl den Dozenten ist unsere Situation und unser Wohlbefinden egal, obwohl wir alle zur Zeit mit einer außergewöhnlichen Situation konfrontiert sind. Umso erleichternder als wir dann auch noch auf die Themen Leistungsdruck, Prüfungsstress und Mental Load zu sprechen kommen und ich merke, dass es den meisten Studierenden genauso geht wie mir. Neben Referaten, wöchentlichen Abgabeterminen und Hausarbeiten ist spätestens gegen Ende des Semesters, wenn dann auch noch Klausuren hinzukommen, der Zeitpunkt erreicht, an dem man vor lauter Stress kaum einen klaren Gedanken fassen kann. Gerade in der Corona-Zeit hatte ich dann als Studierende im „Home-Office“ oft das Gefühl, dass nur ich mich ab und zu so maßlos überfordert fühle. Irgendwie ist es eine schöne Erkenntnis, zu wissen, dass man oft nicht so alleine mit seinen Gefühlen ist, wie man denkt und dass andere Menschen die gleichen Herausforderungen zu bewältigen haben.

MK

Vorlesungen, Übungen, Referate, Ausarbeitungen, Lernen und dann auch noch ein wenig Freizeit. Manchmal und besonders jetzt, wo es auf die Klausurenphase zugeht, scheint die To-Do Liste endlos zu sein und man verliert bei den ganzen Anforderungen, die an einen gestellt werden, schon mal den Überblick. Sich selbst herauszufordern ist natürlich wichtig, sonst würde man ja stets nur auf der Stelle treten, das meint auch Laura. Nur dann ist es auch genau so wichtig, ein paar Dinge zu haben mit denen man Stress, Erwartungen und Leistungsdruck etwas ausgleichen kann. Genau das bringt mir unter anderem das Projekt der Schatzkiste. Das Seminar ist ein verpflichtender Teil des Studiums und trotzdem ist die Schatzkiste keine solche Lehrveranstaltung, wie die, welche man sonst kennt. Wir haben es in den letzten Wochen gemeinsam geschafft ein tolles Projekt entstehen zu lassen und alle unsere Ideen konnten sich völlig frei und Schritt für Schritt entwickeln. Das zeigt uns allen auch, welches Potential sich ergibt, wenn es einem ermöglicht wird in einem so freien, nur grob abgesteckten, Rahmen zu arbeiten. Dann fühlt sich sogar die Arbeit, gar nicht mehr nach Arbeit an. Dann geht plötzlich alles ganz leicht von der Hand.

HP

Immer wieder denke ich an unsere Seminar am 21.06. zurück. Ein gewöhnlicher Montag, die gleiche Uhrzeit wie jede Woche, die gleichen Personen wie seit Beginn des Semesters. Aber ein entscheidender Unterschied: Das Seminar fand vor Ort statt. Wie ungewohnt es war, dass wir uns auf einmal in „real life“ sehen konnten und nicht nur in kleinen Kacheln auf dem Bildschirm. Das gemeinsame Arbeiten in der Lernwerkstatt fühlte sich nicht wie Arbeiten an und der gemeinsame Kaffee schmeckte in Gesellschaft gleich viel besser. Es entwickelten sich Gespräche die inspirierten und den „Vitamin B“ Speicher auffüllten. Gleichzeitig hatten wir die Möglichkeit, endlich mal zusammen etwas praktisch zu gestalten anstatt am Computer zu sitzen und alles nur theoretisch zu planen. Die Vorfreude auf unseren Besuch wächst immer weiter und ich bin guter Dinge, dass dieser mindestes genau so besonders wird wie unser Seminar vor Ort.

DP

Schatzkiste – Jetzt 3D und in Farbe!

Es ist erschreckend wie ungewohnt es für uns ist, gemeinsam in einer Werkstatt zu arbeiten anstatt online – etwas, das vor ca. einem Jahr noch totaler Alltag war. Und sofort merkte man mal wieder, das gemeinsame Brainstormen und Ausprobieren im virtuellen Raum ist überhaupt nicht vergleichbar mit dem im realen Raum. Ich freue mich schon darauf die Lernwerkstatt nun öfter zu nutzen, auch in den folgenden Semestern.

AF

Obwohl ich diese Woche nicht an unserem ersten Treffen in der „realen Welt“ teilnehmen konnte, habe ich trotzdem oft an die Schatzkiste und unser Seminar gedacht. Insbesondere kreisten meine Gedanken um die Situation der Schülerinnen und Schüler und ich habe mich gefragt, wie ich wohl damals in der Grundschule als Schülerin ein solches Projekt und die damit verbundenen Aufgaben gefunden hätte.

Auch wenn es mir schwerfällt mich in mein über 10 Jahre jüngeres Ich zu versetzen, bin ich sehr sicher, dass ich es geliebt hätte. Ich hätte es geliebt Teil einer Geschichte sein zu können und die Protagonistin mit meinen eigenen Werken zu unterstützen und war sowieso schon immer davon begeistert in neue aufregende Geschichten einzutauchen.

Vor allem als zukünftige Grundschullehrerin ist es in meinen Augen wichtig, sich ab und zu in die Rolle der Schülerinnen und Schüler zu versetzen und nach diesen Einschätzungen Entscheidungen zu treffen. Das kann den Unterricht nur besser machen.

VM

Es ist ein sehr seltsames Gefühl, sich gemeinsam in einem nicht-virtuellen Raum zu sehen. Zu sehen, wie groß die anderen in Wirklichkeit sind, was für Klamotten sie tragen. Laura Delitala-Möller kenne ich nun seit Beginn des letzten Winteresemesters, und solange haben wir uns noch nie gesehen.
Der Campus Dudweiler ist ein wenig versteckt, deshalb komme ich mal wieder zu spät. Die Lernwerkstatt ist schön. Vielleicht finde ich sie auch nur schön, weil es ein echter Raum ist. Weil ich schon seit anderthalb Jahren keine Veranstaltung in den Räumen der HbK hatte. Das hier ist zwar nicht die HbK, aber es ist ein kleines Atelier mit Material und Werkzeug und echten Fenstern, aus denen man rausschauen und rausklettern kann. Rausklettern, um einen Kaffee zu trinken, zum Beispiel. Gemeinsam einen Kaffee trinken und die anderen aus dem Kurs kennenlernen. Wir reden nicht viel und nicht ewig lange, aber es macht so viel aus. Hinter den Namen auf dem Bildschirm und den Gesichtern stecken nun mal echte Menschen, mit eigenen Persönlichkeiten.
Produktiv sind wir dann auch noch. Das kommt dann schließlich von ganz alleine.

MK

Heute, genau zehn Wochen nach Beginn des Sommersemesters, konnten wir uns als Gruppe zum ersten Mal in Präsenz in der Lernwerkstatt treffen. Und der Name des Treffpunktes sagt es auch schon, heute wurde im Seminar auch wirklich gewerkelt.

Zunächst war die Situation noch etwas ungewohnt, da sich einige von uns zum ersten Mal außerhalb von Online Meetings gesehen haben und andere weiterhin noch online an dem Seminar teilgenommen haben. Schlussendlich haben wir uns alle aber schnell an die neue Situation angepasst und sind gut in unsere praktischen Aufgaben eingestiegen.

Wie schön es doch nochmal war, in einer lockeren Atmosphäre zusammenzukommen, gemeinsam an einer Sache zu arbeiten und sich dabei auszutauschen.

VM

Wie wir uns mit den Lockerungen fühlen, ist die Frage zu Beginn. Im Gegensatz zu den meisten anderen Seminaren an der Uni stehen solche persönlichen Fragen hier oft im Fokus. Was ich sehr schön finde, denn oft geht es nur um das Abarbeiten von erforderlichen Leistungen und für den/die Dozent*in um das Abarbeiten von vorgegebenem Lernstoff. Dabei kann man voneinander so viel mehr lernen, als nur die Inhalte aus dem Modulhandbuch. Gerade in einem so sozialen Beruf wie dem der Lehrkraft.
Ich kann nicht leugnen, dass mich die fehlende Motivation der Kinder ein wenig überrascht hat; haben sie letztes Mal doch noch so motiviert gewirkt. Aber man kann es ihnen nicht verübeln. In Zeiten wie diesen hat man einfach so viel anderes im Kopf. Und als Kind sowieso umso mehr. Hoffentlich kriegen wir es hin, die Aufgaben und die Geschichte so zu gestalten, dass wir mehr Interesse wecken können.

HP

In unsere letzten Sitzung kam wieder ein Videocall mit der Klasse zustande. Und obwohl die Klasse bislang immer alle Aufgaben voller Freunde erledigt hat, war letzte Woche irgendwie der Wurm drin. Zwar fanden sie, nach Rückmeldung, die Aufgaben immer noch schön, aber äußere Umstände haben ihnen die Motivation etwas genommen. Aber ist das denn wirklich schlimm , wenn man nicht immer Vollgas gibt?
Da muss ich an eine kleine Geschichte denken mit einer grünen Meeresschildkröte aus dem Buch „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky. Hier erzählt Cathy von ihrem Erlebnis, als sie während ihres Hawaiiurlaubs beim Schnorcheln im Wasser eine grüne Meeresschildkröte entdeckte. Diese wollte sie gerne beobachten. Allerdings stellte sich das schwerer dar, als ihr anfangs bewusst war. Sie konnte mit der Schildkröte nicht mithalten, weil sie die ganze Zeit mit den Schwimmflossen paddeln musste, um gegen die Wellen, die hereinrollten, anzukämpfen und ihr das auf Dauer viel Energie raubte. Nach einiger Zeit bemerkte Cathy, dass die Meeresschildkröte ihre Bewegungen den Wellen anpasste. Wenn eine Welle sich auf das Ufer bewegte, lies sie sich treiben. Aber als die Welle zurück zum Ozean hinausströmte, paddelte sie, um die Kraft des Wassers für ihre Vorteile zu nutzen.
Die Schildkröte kämpft also nie gegen die Wellen an, sondern nutzt die Kraft der Wellen für sich. Und vielleicht sollten wir das so auch machen. Wenn uns mal die Motivation fehlt, einfach kurz treiben lassen, Kräfte einsparen und auf der nächsten Motivationswelle dann voller Energie und mit viel Spaß surfen.

ER

Zu Beginn unserer Sitzung wurden wir gefragt, wie wir mit der momentanen Situation und den ganzen Öffnungen, die ab Juni erfolgt sind umgehen. Tatsächlich ändert sich für mich gar nicht so viel. Natürlich freue ich mich, mich wieder mit mehreren Freunden gleichzeitig treffen zu können; allerdings hatte ich durch meine Arbeit im Einzelhandel ohnehin sehr viel Kontakt zu Menschen. Dennoch stellt sich mir die Frage: „Bin ich für das normale Leben überhaupt bereit?“. Das ist nun mein drittes Semester, dass ich online absolviere und ich kann mir eine andere Art des Studieren (leider) gar nicht mehr vorstellen. Gleichzeitig ist da natürlich auch die Angst vor Corona. Alles wird gelockert, nach einem Lockdown, der im Dezember 2020 angefangen hat. Seit 1 1/2 Jahren wird nur noch über Corona berichtet, sobald man den Fernseher anmacht. Reportagen über junge Erwachsene, die an Beatmungsgeräte angeschlossen sind und Menschen, die um ihre Angehörigen trauern. Da darf man auch schon mal Angst haben. Oder ? Ich bin sehr vorsichtig geworden im Umgang mit anderen Personen; vor allem der Gesundheit meiner Liebsten wegen.

Dennoch gab es auch einige gute Nachrichten. Heute konnten wir uns zum ersten Mal „richtig“ (soweit das über online geht) mit der Klasse unterhalten. Alle Schüler durften sich einmal vorstellen. Jedoch gab es auch einige Kinder, die anscheinend unsere Arbeitsaufträge nicht so motiviert bearbeitet haben, wie wir anfangs dachten. Das hat mir schon einen kleinen Dämpfer verpasst. Jedoch lag es anscheinend nicht an den Aufgabenstellungen oder der Geschichte an sich, sondern eher an den Bedingungen, unter denen die Kinder am Arbeiten waren. Die zweite Klasse, die an unserem Projekt teilnimmt, scheint jedoch immer noch begeistert bei der Sache zu sein.

Natürlich möchte ich in meiner Reflexion keineswegs negativ über die Klasse sprechen. Ich freue mich über jedes Kind, dass uns auf Meris Reise begleitet. Und Motivation ist auch so eine Sache, die häufig und stark schwankt. Vollkommen menschlich. Diese Erfahrung mache ich momentan auch durch.