SCHATZKISTE 2024 – Hier geht es los!

LIEBE SCHÜLER*INNEN DER 5d!

Dieses Jahr nehmen sechs Studierende der Kunsthochschule in Saarbrücken am Projekt Schatzkiste teil. Sie werden später Lehrer*innen und Museumspädagog*innen und freuen sich total darüber, mit euch bis zu den Sommerferien zusammenzuarbeiten!

Herzlich willkommen zum Blog unserer SCHATZKISTE 2024!

Liebe Blogbesucher*innen,

wir möchten den gemeinsamen Lernprozess in der systemisch konzipierte Lehrveranstaltung „Performative Kunstpädagogik und Heterogenität – Die Schatzkiste“ allen Interessierten zugänglich machen.

Viel Freude beim Lesen, Schauen und Hören, wir freuen uns auf eure Kommentare!

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Der 12. Juli war ein Tag voller Aufregung und Emotionen, da es der letzte Schultag vor den Sommerferien war und wir unsere Comic-Präsentation vorstellten. Die Schülerinnen und Schüler waren generell aufgeregt, da sie ihre Zeugnisse bekamen und der Beginn der Ferien bevorstand. Die Präsentation fand in einer Atmosphäre der Vorfreude und des Abschieds statt.

Die Reaktionen der Kinder während der Präsentation waren gemischt und schwer einzuschätzen. Einige der Jungs, die eher kindlicher waren, zeigten offen ihre Freude und Begeisterung, indem sie sich lautstark über ihre Lieblingsstellen äußerten. Andere Kinder, insbesondere einige der Mädchen und ruhigeren Jungs, reagierten verhaltener. Diese Zurückhaltung könnte darauf hindeuten, dass sie versuchten, ihre Coolness zu bewahren, oder dass sie die Präsentation nicht so spannend fanden, wie wir gehofft hatten. Ein Mädchen wirkte etwas unangenehm berührt, was möglicherweise daran lag, dass sie auf mehreren Fotos zu sehen war.

Die Länge der Präsentation von rund 20 Minuten stellte sich als Herausforderung für die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder heraus. Gegen Ende der Präsentation wurde die Klasse merklich unruhig, was darauf hinweist, dass eine kürzere Version möglicherweise besser geeignet gewesen wäre, um das Interesse der Schülerinnen und Schüler durchgehend zu halten.

Nach der Präsentation fand ein gemeinschaftliches Frühstück statt, das von den Lehrpersonen organisiert wurde. Es gab Baguette, Käse, Flügelwurst, Salat und Gemüse, aus denen die Schülerinnen und Schüler sich Sandwiches machen konnten. Wir halfen bei der Ausgabe der Lebensmittel und unterstützten die Lehrpersonen, was sehr dankbar angenommen wurde. Gerade die letzten Stunden vor den Ferien können für Lehrerinnen und Lehrer sehr anstrengend sein, daher war unsere Hilfe sicherlich eine Erleichterung.

Als Dankeschön erhielten wir eine Karte und kleine Geschenke, was eine schöne Geste war und den Abschied etwas versüßte. Die Stimmung war insgesamt sehr positiv, und es war schön, die Zeit mit den Kindern und meinen Kommilitoninnen in einer entspannten Atmosphäre ausklingen zu lassen. Besonders freute ich mich über die Gespräche mit der Mädelsgruppe, mit der ich mich während des Projekts besonders gut verstanden hatte.

Der Abschied von der Klasse war für mich emotional, da dies meine letzte Erfahrung mit Schülerinnen und Schülern in meinem Studium war, bevor ich ins Referendariat gehe. Obwohl es schwierig war abzuschätzen, wie sehr die Kinder uns vermissen würden, war der Abschied für mich persönlich ein bedeutender Moment. Die enge Bindung, die ich zu einigen der Kinder, insbesondere zu meiner Mädelsgruppe, aufgebaut hatte, machte den Abschied bittersüß.

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Die Sitzung am 5. Juli war eine besondere Herausforderung, da ich aufgrund meines defekten Autos online teilnehmen musste, während sich die anderen Kommilitoninnen in der Lernwerkstatt Ästhetische Bildung in Duttweiler trafen. In der Schule fand in dieser Woche eine Projektwoche statt, weshalb der Wechsel des Treffpunkts notwendig war. Obwohl das virtuelle Dabeisein eine andere Dynamik hatte, war es dennoch möglich, produktiv zu arbeiten und wichtige Vorbereitungen für die Präsentation unseres Comics zu treffen.

Wir nutzten die Sitzung, um die PowerPoint-Präsentation unseres lebensechten Comics zu erstellen. Die Präsentation wurde in sechs Kapitel unterteilt, wobei jedes Kapitel aus zwei Teilen bestand: Zuerst zeigten wir das von den Schülerinnen und Schülern gezeichnete Skript, gefolgt von der fotografischen Umsetzung der Szenen. Die Präsentation wurde mit selbst generierter Musik unterlegt, was dem Ganzen eine besondere Note verlieh. Es war wichtig, dass die Vertonung und die Bilder gut miteinander harmonierten, um die Geschichte effektiv zu erzählen.

Meine Aufgaben bestanden hauptsächlich darin, die PowerPoint-Folien zu erstellen und den Abspann zu gestalten. Hierbei habe ich sowohl die Originalzeichnungen der Kinder als auch die finalen Comicfiguren eingefügt und alle Beteiligten namentlich erwähnt. Die Herausforderung, virtuell zu arbeiten, wurde durch den engen Austausch mit den vor Ort anwesenden Kommilitoninnen gemeistert. Die Sitzung war insgesamt erfolgreich und wir konnten die Präsentation wie geplant vorbereiten.

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In dieser Woche machten KK und ich mit vier Schüler*innen die Audioaufnahmen für den Comic. Dies hat wirklich auf Anhieb extrem gut funktioniert. Am Ende der Stunde hörte ich eines der Kinder zu einem Klassenkameraden sagen, wie viel Spaß er beim Vertonen hatte, da ging mir richtig das Herz auf 🙂 KK und ich achteten darauf, dass während den Aufnahmen eine lockere Atmosphäre herrschte und wir signalisierten den Kindern auch permanent, dass Fehler (im Sinne von Versprechern oder Ähnlichem) absolut in Ordnung und völlig normal sind. Ich persönlich finde es auch sehr schön, wenn die ein oder andere Stelle nicht „perfekt“ ist. Meiner Meinung nach verleiht es dem Comic dadurch noch mehr Charme und Individualität. Auch diesmal wollten wir Studierenden die Audioaufnahmen MIT den Kindern ZUSAMMEN machen, weshalb auch wir einen kleinen Teil der Audios eingesprochen haben.

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Wir begannen mit den ersten Fotografien. Ich war total erstaunt, wie hilfsbereit und begeistert alle Schüler*innen in dieser Woche waren. Vor diesem Tag hatte ich etwas Bedenken, dass wir mit den Fotos voran kommen und wir im Zeitplan bleiben. Aber dies war völlig unberechtigt. Der Kulissenaufbau lief super und es erklärten sich ausreichend Kinder freiwillig dazu bereit, sich für die Fotos zu kostümieren. Ich hatte richtig Spaß! Selbst ein paar Witze zwischen uns Studierenden und den Kindern blieben nicht aus. Was mir am Besten gefiel, war, dass wir den Schüler*innen trotz vorheriger Gruppeneinteilung (Fotografieren, Kostüme basteln, Hintergründe malen) die Freiheiten ließen die Gruppen zeitweise zu wechseln bzw. den anderen Gruppen behilflich zu sein. So bastelte ein Kind, welches eigentlich für die Fotografie eingeplant wurde ein noch fehlendes Kostüm. Und ein paar Schüler*innen der Bastel- und Hintergrundgruppen wollten unbedingt auch mal Fotografieren und in die Kostüme schlüpfen. Es entstand eine gewisse, durchaus positive, Eigendynamik. Erwähnen möchte ich hier auch noch einen Jungen, der sich ohne zu zögern dazu bereit erklärte die Rolle einer weiblichen Protagonistin zu schlüpfen, da wir aktuell kein Mädchen zur Verfügung hatten. Das war echt super! Er hatte auch sichtlich Freude dabei und niemand gab ihm einen Grund sich unwohl zu fühlen. Generell hatte ich das Gefühl, dass sich niemand für irgendetwas zu schade war. Einmal rief ich in die Runde: „Wer schreibt uns die Schilder für die Netto Theke?“, und es meldete sich direkt eines der Kinder und erledigte es ruckzuck. Nachdem ich die ersten Bilder des Comics gesehen habe, bin ich überzeugt, dass das Endprodukt richtig klasse sein wird.

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Auch die 9. Schatzkiste stand für mich ganz im Zeichen des Comic Scripts. Unsere Gruppe beendete das, was sie vorige Woche begann. Diesmal brachte ich den Comic zusätzlich in vereinfachter Version und auf Arabisch mit, damit auch ein Kind, welches kaum Deutsch spricht, die Geschichte verstehen konnte. Das war mir persönlich ein großes Anliegen, um eine Benachteiligung des Schülers und mögliche Langeweile im Unterricht vorzubeugen. Beeindruckend fand ich in dieser Woche wieder, wie fleißig und ruhig die Schüler*innen gearbeitet haben. Wir zeichneten und tauschten uns aus. Das Klima in unserer Arbeitsgruppe war wieder richtig toll. Besonders im Gedächtnis blieb mir ein Kind, welches von mir in den ersten Unterrichtsstunden eher unmotiviert und störend wahrgenommen wurde. An diesem Tag aber saß der Schüler permanent ruhig neben mir und setzte jede Bitte von mir um, ohne zu zögern. Auf diese Weise trug er besonders dazu bei, dass wir im Zeitplan geblieben sind. Ich bemerkte, wie leistungsstark der Schüler wurde, indem er gefordert und seine Leistung gleichzeitig auch wertgeschätzt wurde.

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Reflexion über die letzten vier Sitzungen vom 07.06 bis zum 28.06

Der gesamte Prozess der letzten Wochen war ein hervorragendes Beispiel für die Bedeutung und den Nutzen ästhetischer Bildung. Ästhetische Bildung fördert die Fähigkeit, die Welt auf vielfältige Weise wahrzunehmen und zu interpretieren. Sie schult nicht nur die Sinne, sondern auch das kritische Denken und die Ausdrucksfähigkeit der Schüler*innen. 

In unserem Projekt haben wir die Prinzipien der ästhetischen Bildung durch die Verwendung verschiedener künstlerischer Techniken und Materialien angewandt. Die Arbeit an den Kostümen, Hintergründen und Requisiten ermöglichte es den Schüler*innen, ihre kreativen Fähigkeiten zu entwickeln und ihre Vorstellungskraft zu nutzen. Durch die aktive Beteiligung am Gestaltungsprozess konnten sie ihre eigenen Ideen einbringen und umsetzen, was ihre Selbstwirksamkeit und ihr Selbstbewusstsein stärkte.

Besonders wichtig war dabei auch die performative Kunstvermittlung. Durch das Spielen und Darstellen der Figuren im Comic konnten die Schüler*innen in verschiedene Rollen schlüpfen und neue Erfahrungen machen. Diese performative Komponente ermöglichte es ihnen, ihre Ausdrucksfähigkeit zu erweitern und ihre soziale Kompetenz zu stärken.

Die Heterogenität der Klasse stellte uns vor einige Herausforderungen, bot aber auch viele Lernmöglichkeiten. Die unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen der Schüler*innen erforderten eine flexible und adaptive Herangehensweise an die Gruppenarbeit. Es war entscheidend, die Stärken und Schwächen der einzelnen Kinder zu erkennen und ihnen entsprechend Aufgaben zuzuweisen, die ihre Fähigkeiten optimal zur Geltung brachten. Dies ermöglichte nicht nur eine effektive Zusammenarbeit, sondern förderte auch ein inklusives Lernumfeld, in dem sich alle Beteiligten wertgeschätzt und unterstützt fühlten.

Die Sitzungen am 7. Juni, 14. Juni, 21. Juni und 28. Juni waren entscheidend für die Fertigstellung unseres Comics. Trotz einiger Herausforderungen und Ausfälle gelang es uns, durch Zusammenarbeit, Flexibilität und kreative Lösungen unser Ziel zu erreichen. Der gesamte Prozess war ein lehrreiches und bereicherndes Erlebnis, das die Prinzipien der ästhetischen Bildung auf vielfältige Weise in die Praxis umsetzte. Nun freuen wir uns auf die Präsentation unseres Comics am 12. Juli und darauf, den letzten Schultag gemeinsam mit den Schüler*innen zu feiern.

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Sitzung vom 28. Juni

Leider konnte ich aufgrund eines technischen Problems nicht an der letzten Sitzung am 28. Juni teilnehmen. Mein Auto sprang nicht an, was mich daran hinderte, zur Schule zu gelangen. Trotzdem erhielt ich Berichte von meinen Kommilitonen, dass die Vorbereitungen gut vorangeschritten waren. Die Kostüme waren fertig und die letzten Szenen des Comics wurden aufgenommen. Es war schön zu hören, dass alle mit Begeisterung bei der Sache waren und die Arbeiten planmäßig abgeschlossen wurden.

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Sitzung vom 21. Juni

Am 21. Juni war ich wieder anwesend und arbeitete an den Hintergründen. Ich wusste nicht genau, was mich erwartete, da die Gruppenaufteilung und die Kommunikation nicht optimal gelaufen waren. Dennoch erwies sich die Sitzung als äußerst produktiv. Wir arbeiteten an zwei wichtigen Hintergründen: einer Gasse für die erste Szene mit Bruno und einem Marktplatz für eine spätere Szene. 

Besonders hervorheben möchte ich die Zusammenarbeit mit einem Schüler, mit dem ich zuvor Schwierigkeiten hatte. Er war in meiner Gruppe und zeigte eine überraschend positive Einstellung. Er beteiligte sich aktiv und freundlich an der Gestaltung der Hintergründe. Dies zeigte, wie wichtig es ist, offen für Veränderungen und neue Dynamiken in der Zusammenarbeit zu sein.

Wir verwendeten verschiedene Techniken und Materialien wie Sprühfarben und spezielle Stifte für Stoffe, um die Hintergründe auf großen Leinlaken zu gestalten. Diese Vielfalt an Methoden spiegelt die Prinzipien der ästhetischen Bildung wider, die auf multisensorische Erfahrungen und kreative Ausdrucksformen setzen. Ich erkannte erneut, wie bedeutend es ist, Schüler*innen verschiedene Werkzeuge und Medien zur Verfügung zu stellen, um ihre Kreativität zu entfalten.

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Sitzung vom 14. Juni

Leider konnte ich krankheitsbedingt an der Sitzung am 14. Juni nicht teilnehmen. Trotzdem bekam ich von meinen Kommiliton*innen ein positives Feedback über den Fortschritt. Die anderen Gruppen arbeiteten weiter an den Kostümen und Hintergründen. Die Hintergründe waren beeindruckend und die ersten Aufnahmen für den Comic wurden gemacht. Es war erfreulich zu hören, dass die Kostüme fast fertig waren und das Skript bereits eine feste Form angenommen hatte. Diese Sitzung markierte einen wichtigen Schritt vorwärts, da wir nun auf die Zielgerade zusteuerten.

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Sitzung vom 7. Juni

In der Sitzung am 7. Juni trafen wir uns erneut in der Schule, um mit den Vorbereitungen für unseren Comic weiterzumachen. Ursprünglich war ich in der Gruppe für die Hintergründe eingeteilt, sollte jedoch aufgrund eines Ausfalls in der Kostümgruppe einspringen. Diese Flexibilität in der Gruppenarbeit war von Anfang an ein wichtiger Bestandteil unseres Projekts und zeigte die Notwendigkeit von Anpassungsfähigkeit und Teamarbeit.

Ich arbeitete mit den Schüler*innen an den Kostümen und Requisiten. Interessanterweise hatte ich in dieser Gruppe einen besonders guten Draht zu den Mädchen, was für mich eine neue, aber sehr positive Erfahrung war. In meiner bisherigen Arbeit an Grundschulen hatte ich oft einen besseren Zugang zu den Jungs gefunden. Diesmal jedoch war es erfrischend zu sehen, wie die älteren Schülerinnen mit Engagement und Kreativität an den Kostümen arbeiteten. Unsere Aufgabe war es, Kostüme für die Figuren zu erstellen, die in der Geschichte vorkommen würden. Besonders stolz bin ich auf das Kostüm von Bruno, dem Hund, an dem ich mitgewirkt habe.