SCHATZKISTE 2024 – Hier geht es los!

LIEBE SCHÜLER*INNEN DER 5a!

Dieses Jahr nehmen sechs Studierende der Kunsthochschule in Saarbrücken am Projekt Schatzkiste teil. Sie werden später Lehrer*innen und Museumspädagog*innen und freuen sich total darüber, mit euch bis zu den Sommerferien zusammenzuarbeiten!

Herzlich willkommen zum Blog unserer SCHATZKISTE 2024!

Liebe Blogbesucher*innen,

wir möchten den gemeinsamen Lernprozess in der systemisch konzipierte Lehrveranstaltung „Performative Kunstpädagogik und Heterogenität – Die Schatzkiste“ allen Interessierten zugänglich machen.

Viel Freude beim Lesen, Schauen und Hören, wir freuen uns auf eure Kommentare!

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LS

In der Reflektion über das angebotene Performance-Atelier ist aufgefallen, dass die Kinder etwas scheu waren mit ihrem eigenen Körper zu arbeiten und vor allem mit ihrem Gesicht auf Fotos aufzutauchen. Trotzdem will ich aber weiterhin experimentieren wie mit den Kindern gemeinsam neue performative Irritationen auf dem Schulgelände entstehen könnten. Als Grundlage dafür ist in der Gruppe die Idee aufgekommen, Masken zu basteln, die die Kinder für weitere performative Übungen nutzen können. So wären sie anonymisiert.

Stefania und ich haben gemeinsam Materialien gesammelt und gekauft, die wir den Kindern für ihre Masken anbieten wollten: Pappteller als Grundlage, Acrylfarben, Holzstifte und Marker zum Anmalen, Klopapierrollen, Draht, Stoffe, Knöpfe, Luftballons, CDs und vieles mehr zum drauf kleben. 
Außerdem haben wir einige Fotos von künstlerischen Arbeiten oder Theaterauftritten als Inspiration mitgebracht. Mit den Beispielen wollten wir den Kindern zeigen, dass Masken oder auch Gesichts“schmuck“ wirklich eine ernsthafte Kunstform ist bzw. Teil von Kunstwerken sein kann. Das war uns wichtig, damit die Kinder weg vom Faschings-/Superheldencharakter von Masken denken können. 

Das angebotene Material hat sofort die Kreativität von den Kindern geweckt, weswegen sich direkt ca. 10 Kinder für das Atelier entschieden haben. Die Masken wurden auf ganz unterschiedliche Art angegangen. Bei einigen Kindern waren bestimmte Rollen im Kopf wie zB Clown oder Superheld. Andere Kinder sind das Thema ganz experimentell angegangen und haben einfach drauf los gewerkelt. 

Die Zeit war leider etwas zu knapp, weswegen die Masken nicht fertiggestellt werden konnten. Ich bin gespannt, welche Ideen mit den Masken weitergeführt werden.

ER

In unserer dritten Sitzung öffneten wir erneut die Schatzkiste, dieses Mal mit einem Füllhorn neuer Ideen und Materialien. Jede Gruppe hatte an ihrem Atelier individuell weitergearbeitet, und es entstanden komplett neue Projekte, die die Vielfalt und Dynamik des Kunstunterrichts widerspiegelten.

Eine Gruppe entschied sich dafür, Masken aus Papptellern zu basteln, eine Idee, die die Kinder schnell begeisterte. Die Möglichkeit, ihre eigenen Masken zu gestalten und in verschiedene Rollen zu schlüpfen, beflügelte ihre Fantasie und Kreativität.

Die zweite Gruppe beschloss, die Idee mit der Musik weiterzuführen, entschied sich jedoch für den Einsatz von Wasserfarben. Schnell wurde jedoch bemerkt, dass diese Technik die Schülerinnen und Schüler einschränkte und nicht den gewünschten kreativen Freiraum bot. Die strenge Einteilung des Blattes in Abschnitte, auf denen jede*r pro Lied gemalt werden sollte, erwies sich ebenfalls als hinderlich. Es wurde erkannt, dass ein ganzheitliches Bild ohne Einteilung besser geeignet wäre, um Gedanken und Assoziationen zur Musik auszudrücken. Schließlich lassen sich Gedanken und Gefühle nicht streng einteilen.

Ästhetische Bildung spielte dabei eine zentrale Rolle. Es geht nicht nur darum, ästhetische Erfahrungen zu machen, sondern auch darum, diese zu reflektieren und zu interpretieren. Durch künstlerische Aktivitäten wie das Basteln von Masken oder das Malen zu Musik werden nicht nur technische Fähigkeiten entwickelt, sondern auch emotionale Intelligenz und kritisches Denken gefördert.

Leider war die Zeit in dieser Sitzung knapp bemessen, um die Ideen vollständig umzusetzen. Daher wurde vorgeschlagen, das „Entrahmen“ der Schatzkiste zu Beginn der Stunde zu verkürzen oder sogar ganz zu meiden, um wertvolle Zeit für die Umsetzung der Projekte zu gewinnen.

Das Seminar endete mit einer Reflexionsrunde, in der wir über unsere Erfahrungen und Erkenntnisse sprachen. Es war inspirierend zu sehen, wie sich die Ideen entwickelten und wie wir gemeinsam Herausforderungen meisterten. Die Schatzkiste bleibt ein Ort der kreativen Entfaltung und des persönlichen Wachstums, und ich freue mich darauf, zu sehen, welche neuen Abenteuer uns in den kommenden Sitzungen erwarten.

SL

Am zweiten Tag der Schatzkiste haben meine Kommilitonin und ich den Schüler*innen zahlreiche Bildimpulse präsentiert, die verschiedene Kulturen (wie Italien, Afrika, China, Russland usw.) darstellten. Zusätzlich zu den Bildimpulsen haben wir den Schüler*innen Accessoires (wie Tücher, Schmuck) und Kleidungsstücke (wie Umhänge, Röcke) gegeben, die sie verwenden konnten, um die Szenen nachzustellen. Anfangs zeigten sich die Schüler*innen etwas zurückhaltend. Sie haben sich erst einmal einen Überblick verschaffen müssen, indem sie gemeinsam die Bilder genau betrachteten. Nachdem sie sich orientiert haben, versuchten sie, diese Bilder mit den vorhandenen Accessoires nachzustellen. Mit der Zeit gewannen sie immer mehr Vertrauen in die neue Situation und begannen, eigene Ideen und Kombinationen auszuprobieren. Dadurch war zu beobachten, dass sich die Kreativität der Schüler*innen im Laufe der Stunde kontinuierlich steigerte.

ER


Als ich mich dieses Semester zum ersten Mal in das Seminar „Die Schatzkiste“ begab, war ich bereits mit dem Konzept vertraut. Die Schatzkiste – ein abstraktes Konstrukt, gefüllt mit Ideen, Talenten und Konzepten der Studierenden – dient als Ausgangspunkt für eine Reise in die Welt der Kunstvermittlung und ästhetischen Bildung. Doch dieses Mal war etwas anders: Die Schatzkiste sollte in einer Gesamtschule geöffnet werden, und meine Nervosität war spürbar.

Meine frühere Erfahrung in einem Praktikum, die mich dazu bewegte, von Lehramt in der Sekundarstufe II auf Grundschullehramt zu wechseln, ließ mich mit gemischten Gefühlen zurück. Doch als ich die fünfte Klasse der Gesamtschule Bellevue in Saarbrücken kennenlernte, wurden meine Bedenken schnell zerstreut. Die Kinder waren freundlich und offen, und ich fühlte mich willkommen.

In der ersten Sitzung des Seminars nahmen wir passiv am Unterricht teil und beobachteten das Geschehen. Dann begannen wir mit einem Brainstorming, um Ideen für die Schatzkiste zu sammeln. Jeder von uns brachte seine eigene Begeisterung und Inspiration ein, die schließlich in kleinen Gruppen weiterentwickelt wurden.

Eine Idee, die meine Kommilitonin und mich besonders ansprach, war es, den Kindern verschiedene Lieder aus verschiedenen Kulturen vorzustellen und sie dazu zu ermutigen, ihre Assoziationen und Eindrücke zu malen. Diese kreative Übung, die auch ein Quizspiel beinhaltete, versprach eine vielschichtige Erfahrung für die Schülerinnen und Schüler.

In unserem zweiten Besuch an der Schule setzten wir diese Idee direkt um. Die Kinder waren begeistert und zeigten keinerlei Hemmungen beim Malen. Doch während der spielerische Charakter des Spiels die Kreativität förderte, gab es auch Überlegungen, wie wir die künstlerische Tiefe der Erfahrung vertiefen könnten.

Wir reflektierten die entstandenen Bilder und diskutierten Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Vorschläge wie das Kollagieren, die Fokussierung auf das Zeichnen von Gefühlen oder die Verwendung neuer Techniken wie Wasserfarben wurden diskutiert und in Betracht gezogen.

Am Ende des Seminars blieb die Zukunft der Ateliers und Stationen offen. Wir wurden ermutigt, über weitere Entwicklungen nachzudenken und neue Ideen einzubringen. Letztendlich entschieden wir uns dafür, sechs neue Lieder zu präsentieren und die Weiterentwicklung der Ateliers im Laufe des Seminars zu erkunden.

Die Schatzkiste ist mehr als nur ein imaginäres Konstrukt – sie ist ein Raum für kreative Entfaltung, experimentelles Lernen und persönliches Wachstum. Durch die Vielfalt der Ideen und die Offenheit für neue Ansätze wird sie zu einem lebendigen und dynamischen Ort des Lernens und der Inspiration.

LS

Im zweiten Termin wurden verschiedene Ateliers den Schüler*innen vorgestellt. Anschließend konnten sie ganz frei ein Atelier wählen. Da das Atelier von mir und ein weiteres von keinem Kind ausgewählt wurden, wurden 4 Kinder, die sich selbst kein Atelier aussuchen wollten, auf die zwei Ateliers aufgeteilt. Zuerst war ich natürlich etwas enttäuscht, dass sich kein Kind für mein Angebot freiwillig gemeldet hat. Allerdings habe ich dann später gedacht, dass es für die Kinder sehr wichtig ist auch mal im Schulkontext wählen zu dürfen und selber entscheiden zu dürfen, wie sie ihre Zeit verbringen.

Mein Atelier bestand darin mit Gegenständen im Raum sich 1-Minute-Skulpturen nach der Arbeit des Künstlers Erwin Wurm auszudenken. Ich habe den Kindern Beispielbilder gezeigt und mit einem Stuhl vorgemacht, wie man eine 1-Minute-Skulptur damit machen kann. Im Nachhinein dachte ich auch, dass dieses Angebot sehr abstrakt ist und wahrscheinlich aus diesem Grund kein Kind freiwillig mitmachen wollte. 

Anschließend haben wir zusammen probiert, wie man den Stuhl mit unserem Körper verbinden bzw. anziehen kann. Dann wurden Fotos im Flur gemacht, damit wir mal von außen sehen können, wie wir als Skulpturen aussehen. 
Die Kinder waren sehr schüchtern. Deswegen hat Laura Delitala vorgeschlagen, dass man die Stühle auch als Requisite für ein „Rollenspiel“ wie zb Cowboy nutzen könnte. Daraufhin haben die Kinder angefangen mit den Stühlen zu bauen. Daraus ist dann im Flur ein Turm aus Stühlen entstanden. Die Kinder sind immer mehr aufgetaut und haben aus Eigeninitiative den Turm weiter gebaut und immer mehr Stühle geholt. Dann durften sie mit meinem Handy Fotos machen. 

Ich habe daraufhin gefragt, wie wir unsere Skulptur nennen wollen. Dabei kam der Titel „Monster-Stuhl“ auf. Als Abschluss der Stunde hat die Schulklasse gemeinsam die Skulptur abgebaut: jedes Kind hat einen Stuhl wieder mit in den Unterrichtsraum genommen

CM

Im Zuge der ersten „Schatzkiste“ durften die Kinder zu Melodien verschiedener Kulturen frei zeichnen/malen. Ziel der Aufgabe war es, sich völlig auf die Musik einzulassen und sich von ihr zum Zeichnen inspirieren zu lassen. Es handelte sich um chinesische, italienische, bayrische (deutsche), afrikanische, schottische und amerikanische (Country) Musik. Interessant war, dass manche Kinder unmittelbar nach dem Hören der ersten Klänge bestimmte Länder mit den Melodien verknüpften. Jedes Kind hatte eine andere Vorstellung davon, um welches Land es sich handeln könnte, zumal sich die assoziierten Länder meist auf demselben Kontinent befanden. So konnten die Schüler*innen beispielsweise asiatische Musik eindeutig von den präsentierten südeuropäischen Liedern abgrenzen. Zudem war es interessant zu beobachten, dass die Kinder sich auf unterschiedliche Aspekte fokussierten. Eines der Kinder konzentrierte sich beispielsweise auf die Instrumente, welche es in den verschiedenen Melodien erkannte. Andere Kinder wiederum zeichneten Flaggen oder landestypisches Essen, wie beispielsweise Baguette für Frankreich oder Pizza für Italien. Ein weiteres Kind zeichnete unabhängig vom jeweiligen Land genau das, was ihm als erstes in den Sinn kam, als es die Melodien hörte. Das Atelier hat den Schüler*innen sichtlich Freude bereitet, weshalb wir dies in der nächsten Sitzung weiter vertiefen wollen – mit neuen Melodien aus neuen Kulturen. 

KK

Das Angebot meiner Kommilitonin und mir bestand diese Woche darin, den Kindern die Möglichkeit zu bieten, mit verschiedenen Kulturen (z.B. Afrika, China, Spanien), deren Bewegungen und traditionellen Kleidungsvorlieben, in Berührung zu kommen. Hierzu lieferten wir den Schüler(n)*innen verschiedene Bildimpulse und stellten Kleidungsstücke und andere Accessoires (Tücher, Umhänge, Röcke, Schmuck) bereit, die die Lernenden zum Nachstellen der Fotos nutzen konnten. Zu beobachten war, dass die Schüler*innen zu Beginn sehr verschlossen und zurückhaltend waren. Sie brauchten zunächst einmal Zeit, in die Welt anderer Kulturen einzutauchen. Dies äußerste sich in einem ausgiebigen Betrachten der mitgebrachten Materialien und der Impulsbilder. Nach diesem Prozess des Einfindens in unser Angebot, begannen die Lernenden sich selbst mit den Kleidungsstücken und anderen Accessoires zu beschmücken und mit ihrem eigenen Körper zu performen. Es war erstaunend, wie sich die Kinder zunehmend von den Impulsbildern lösten und ihre eigene Ideen miteinbrachten. Auf diese Weise entstanden kreative, phantasievolle und vor allem auch individuelle Bilder, die die persönliche Begegnung der Lernenden mit verschiedenen Kulturen widerspiegelten.

SL

Ich betrat die erste Sitzung der Veranstaltung „Schatzkiste“ ohne konkrete Vorstellung davon, was mich erwarten würde. Diese Unwissenheit erwies sich als äußerst aufregend, da ich dadurch offener für das war, was auf mich zukommen wird. Als wir an der Schule ankamen und die Klasse betraten, wurden wir von Laura gebeten, den Unterricht zu beobachten. Dabei konnten wir beobachten, wie die Schüler*innen in einer respektvollen Weise über ihre Kunstwerke aus den vorherigen Stunden sprachen. Die Kunstwerke spiegelten die individuellen Herangehensweisen der Kinder wider und gaben uns einen ersten Einblick in ihre Kreativität. Es war beeindruckend zu sehen, wie intuitiv die Kinder künstlerische Merkmale wie zum Beispiel Komplementärfarben einsetzten, um ihren Bildern Ausdruck zu verleihen. In der anschließenden Reflexion erklärte uns Laura die Symbolik der Schatzkiste und welche Funktion sie für uns hat. Dadurch wurde ein Prozess in Gang gesetzt, auf den ich gespannt bin und dessen Entwicklung ich im Laufe dieses Semesters mit Interesse verfolgen werde.

NN

Die erste Sitzung hat gezeigt, dass die Schüler*innen bereits sehr gekonnt über ihre Werke sprechen können. Sie verwenden höfliche Begriffe und begründen genau. Des Weiteren hegen sie einen respektvollen Umgang mit ihren Kunstwerken. Die erstellten Werke sind sehr vielseitig und haben gezeigt, dass die Schüler*innen sehr kreativ sein können und das Fach Kunst mögen. Dadurch kann erkannt werden, dass viele verschiedene Umsetzungen möglich sind.

LS

Ich bin das erste Mal in einem Projekt für Schulklassen dabei. Obwohl ich jetzt schon im dritten Semester Museumspädagogik studiere, habe ich mich bisher im Rahmen des Studiums nur theoretisch mit der Kunstpädagogik in Schulen auseinandergesetzt.
Umso mehr freue ich mich jetzt bei „Die Schatzkiste“ dabei zu sein.
Beim ersten Termin wurde ich erstmal ins kalte Wasser geworfen: der Unterricht begann direkt. Die Kinder haben anhand der bereits gemalten Bilder der ganzen Klasse erprobt, wie sie darüber sprechen können, was ihnen gut an einem Bild gefällt. Sie durften ihrem Lieblingsbild dann einen Stern geben. Ich fand es sehr schön zu beobachten, welche Kriterien für die Begründung der Bilder aufstellten und dass eine Breite Masse an Bildern Sterne erhielt.

Anschließend durften die Schüler*innen uns Fragen stellen. Dabei war zuerst interessant, wie wir heißen und wie alt wir sind. Da die Kinder noch nicht so viele Berührungspunkte mit Museumsarbeit haben, kam außerdem die Frage, was man eigentlich als Museumspädagog*in arbeitet. Hier habe ich ein bisschen erzählt, was die verschiedenen Tätigkeitsfelder sind.

Das war alles für mich sehr aufregend, da es ja darum ging eine gute Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit mit den Kindern zu schaffen.